Trachtenverein Waldhausen1

 

    Der Schaufelkrieg gegen Amerang

     - Starkbierfest in Waldhausen

    Wenn es um die Dorferneuerung in Waldhausen geht, da heißt es große Pläne zu machen. Und da kommt es wieder darauf an, welcher neue Bürgermeister am besten tebarzen kann. Dieses Verb kreierten die sieben Landstreicher aus Schnaitsee.

    Starkbierfest in Waldhausen
    © OVB
    Mit Schnaitsee-Fahnen auf den Bauhelmen und mit Schaufeln bewaffnet zogen "der Meinze" Reiter (links) und "der Tom" Schachner in den Kiesgrubenkrieg gegen Amerang. Foto Unterforsthuber

    Schnaitsee - "Tebarzen", das Verb kommt natürlich vom Nachnamen des unersättlichen Limburger Bischofs. Sam Fraitzl nahm dabei mit den beiden Neupennern Franz Bachleitner und Christian Krauss nicht nur die örtlichen Entscheidungsträger aufs Korn, sondern auch die große Politik. Die drei sorgten für einen amüsanten Auftakt in der vollen Waldhauser Turnhalle.

    Sie bedauerten den Austausch "unseres Peter" gegen den Infernomann Dobrindt. "Do brinnts jetzt bei der CSU." Sie empfahlen dem Ramsauer, in Österreich um Asyl zu bitten. "Do hot er nachat wenigstens sei Maut scho." Auch Ursula von der Leyen bekam ihr Fett weg. "Do mias ma beim Kriagführn umdenka, wenn ma jetz grod no hoibtogs zum Schiaßen geh derf."

    Natürlich kamen auch die beiden Kämpfer um den Bürgermeisterposten dran. "Diese Verschlagenheit bei der Auswahl der Veranstaltungsorte ist schon phänomenal." Und sie arbeiteten damit den fast einzigen Unterschied der Wahlprogramme heraus. "Ob zerscht in Harpfing und danoch in Woidhausen oder umkehrt - do steckan scho knallharte Kalkulationen dahinter." Auf alle Fälle machten die beiden Neupenner ihre Sache sehr gut und führten sich standesgemäß ein.

    Breitseiten gegen Vereinsgschaftler

    Auf die Vereinsgschaftler gingen die alten Hasen Hans Kirmaier und Fritz Graßl ein. Sie prangerten in der Waldhauser "Eventarena" die Jägerschaft an. "De hand beim Saujagern so erfolglos, dass g'scheider war, mia tat'n eahna a paar Schwingensteinsau omoin dass wenigstens a bissl an Erfolg hätt'n."

    Großes Lob hatten sie für den Harpfinger Bierzeltverein, der heuer sein 40-jähriges Bestehen feiert. "Es is grod a Wunder, dass de des dasaufa hamd kinna." Euphorisch kündigten die Penner am ersten Jubiläumstag Freibier für alle an. Da verschlug es schon dem einen oder anderen Bierzeltorganisator die Sprache. "La Brass Banda" hätten sie übrigens verpflichtet "weis gmoant hamd, dass des brasilianische Nackttänzerinnen san."

    Kriegserklärung angenommen

    Die Gemeinde Amerang hat Schnaitsee den Krieg erklärt. Mit dieser schrecklichen Aussage kamen der Meinze und der Tom auf die Pennerbühne. "Und wir werden das annehmen. In der Kiesgrube beim Dettenbeck werden schon alle Schaufeln gewetzt." Wegen dieses Krieges kandidierten auch mehrere Baustoffhändler wie etwa der Edlmann und der Sewald für den Rat. "Nachad werd vo Hochschatzen über Surbrunn bis Hatthal a hohe Mauer baut, dass koana mehr umma kimmt auf Schnoatsee." Der Dettenbeck mache mittlerweile schon seinen Vierbeiner zum Wachhund und gehe dann Streife. Der Söll von der KSK kandidiert auch, "wei er is ja a Fachmann in der Kriegsbranche."

    Schon zu Beginn ihres Programms hatten Meinze Reiter und Tom Schachner für den Höhepunkt des Abends gesorgt. Mit Ziacherer Jelli läuteten sie ihre Kracher nach bester Biermöslmanier ein, nahmen Solar- und Biogasanlagen, die Windradl, die Mais-Monokultur aufs Korn: "Unsere Biogas Barone rennan und baun wia irr, aba wenn ma wos sogt, stehns glei vor deina Tür. Mit 1000 PS rennans, machan de Stroßn hi, fahrn quer durchn Landkreis, für saubere Energie."

    Hauptsache: "Do hamma dahoam"

    Zum Schluss traten die beiden als persönliche Wahlkämpfer der neuen Bürgermeister an. Paradox war nur, dass sie ausgerechnet die Schwächen ihres Auftraggebers überzeichnet malten und so einen Lacher nach dem anderen bei den vielen Zuhörern bekamen. "Aber d'Hauptsach is: Do hamma dahoam."

    Trachtler und Musiker waren Veranstalter

    Minutenlanger Schlussapplaus der begeisterten Gäste dankte den "Landstreichern" für ihre bösen, aber immer lustigen Spitzen, die auch immer oberhalb der Gürtellinie trafen. Der Trachtenverein Waldhausen und der Musikverein Schnaitsee hatten die beiden Feste in Waldhausen organisiert und die Musiker beider Vereine unterhielten auch zwischen den Pennerauftritten. ju

     

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